Schweinepest – Informationen und Verhaltensregeln für Jäger

20.7.2017

 

Die Klassische Schweinepest (KSP) und die Afrikanische Schweinepest (ASP) sind hoch ansteckende anzeigepflichtige

Viruserkrankungen mit seuchenhaftem Verlauf, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befallen. Ein Ausbruch dieser

Seuchen hat enorme wirtschaftliche Schäden zur Folge. Eine sichere Diagnose und Unterscheidung von KSP und ASP ist

nur im Labor möglich. Im Gegensatz zur KSP ist gegen ASP kein Impfstoff verfügbar, was die Bekämpfung dieser Seuche

gerade im Wildbestand erheblich erschwert.

Der Eintrag dieser Krankheiten in hiesige Schwarzwildbestände kann u.a. durch weggeworfene Speisereste (Wurst- und

Fleischwaren), durch Wildschweinprodukte, den Jagdtourismus (kontaminierte Jagdkleidung und Ausrüstung) und das

Mitbringen von Jagdtrophäen aus Regionen mit KSP/ASP-Ausbrüchen erfolgen. Die Übertragung erfolgt durch direkten

Kontakt von Tier zu Tier. Wildschweine infizieren sich mit der ASP insbesondere über den Kontakt zu Fallwild. Auch der

Übertragung durch Blut oder mit Blut kontaminierten Gegenständen kommt eine besondere Bedeutung zu.

Die afrikanische Schweinepest ist u.a. in den baltischen Staaten und Polen sowie zuletzt in der Tschechischen Republik ca.

300 km von der Grenze zur Bundesrepublik Deutschland entfernt aufgetreten.

Was können Jäger vorbeugend tun?

Kontinuierliche Beteiligung an Überwachungsprogrammen (Monitoring).

•  Möglichst jedes Stück Fallwild und krank erlegtes Schwarzwild zur Untersuchung bringen.

Möglich sind Milz, Lymphknoten und/oder Rachenmandeln (ca. 30 g je Organ), Flüssigkeit aus der Körperhöhle,

Bluttupfer oder Skelettreste bei starker Verwesung (Merkblatt zur Probenahme).

Konsequente Bejagung der Schwarzwildpopulation.

•  Revierübergreifende Jagden organisieren.

Unmittelbaren Kontakt der Jagdhunde insbesondere zu Fallwild und erlegten Wildschweinen

nach Möglichkeit vermeiden.

Keine Verwendung von Schwarzwild-Aufbruch, Speiseabfällen, Schlachtresten usw. zur Kirrung.

Keine Verbringung von Abfallprodukten bei der Verwertung von Schwarzwild in das Revier,

sondern als Abfall entsorgen.

Speiseabfälle und Essensreste nicht im Revier entsorgen.

Bei Auffälligkeiten (mehrere Stücke Fallwild, abgekommene Tiere, mangelnde Scheu, besondere

Merkmale an erlegten Stücken usw.) unbedingt das Veterinäramt informieren.

Was müssen Schweinehalter, die auch Jäger sind, zur Seuchenvorsorge beachten?

Konsequentes Hygienemanagement auf dem Betrieb, Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen

gemäß Schweinehaltungshygieneverordnung.

• Nicht mit Jagdbekleidung, Jagdausrüstung und Jagdhund den Stall betreten oder mit Schweinehaltern in Kontakt

kommen.

• Nach der Jagd den Stall erst nach gründlicher Reinigung (Dusche) und Kleiderwechsel betreten.

• Striktes Fernhalten von lebenden aber auch erlegten Wildschweinen vom Betrieb.

• Kein Kontakt von Hausschweinen zu Blut bzw. blutverunreinigten Gegenständen.

Nehmen Sie bereits bei Verdacht einer Infektion sofort Kontakt zu Ihrem Hoftierarzt bzw.

dem Veterinäramt auf!

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